Warum der Ankaufspreis unter dem Kaufpreis liegt

Das sollte man vorher wissen, damit das Angebot nicht überrascht. Der Preis, den Sie im Juweliergeschäft gezahlt haben, enthielt neben Stein und Metall auch die Handelsmarge, Betriebskosten, Gestaltung und Mehrwertsteuer. Diese Bestandteile kehren beim Weiterverkauf nicht zurück — sie waren in dem Moment weg, in dem der Ring die Vitrine verließ.

Bei Schmuck gilt daher dasselbe wie bei Autos: Die Differenz zwischen Einzelhandels- und Ankaufspreis ist die Regel, kein Zeichen unfairen Handelns. Ein faires Angebot erkennen Sie folglich nicht am Vergleich mit dem Kaufbeleg, sondern daran, ob man Ihnen aufschlüsselt, wie viel auf den Stein und wie viel auf das Metall entfällt.

Die Frage, die heute zuerst kommt: natürlich oder im Labor gezüchtet?

Vor zehn Jahren stellte sich diese Frage nicht. Heute steht sie am Anfang. Im Labor gezüchtete Diamanten sind chemisch und optisch echte Diamanten — keine Imitation wie Zirkonia oder Moissanit. Sie haben dieselbe Härte, denselben Glanz, und weder mit bloßem Auge noch mit einer gewöhnlichen Lupe sind sie von natürlichen zu unterscheiden.

Der Unterschied liegt im Preis. Die Herstellung von Laborsteinen ist rasch billiger geworden, und ihr Wiederverkaufswert liegt deutlich unter dem eines vergleichbaren Natursteins. Für Besitzer eines in den letzten Jahren gekauften Rings ist das eine wesentliche — und leider oft überraschende — Information, weil der Verkäufer sie nicht betont haben muss.

Die Unterscheidung erfordert spektroskopische Geräte, keinen gewöhnlichen Diamanttester (der erkennt Diamant gegenüber Moissanit, nicht aber die Herkunft). Liegt ein Zertifikat vor, ist die Herkunft dort meist vermerkt; ohne Beleg muss der Stein geprüft werden.

Die 4C und was davon am schwersten wiegt

Der internationale Bewertungsstandard beruht auf vier Parametern:

  • Carat (Gewicht) — in Karat angegeben. Der Preis steigt jedoch nicht linear: Ein Einkaräter kostet deutlich mehr als zwei Halbkaräter zusammen, denn große Steine sind seltener.
  • Cut (Schliff) — Proportionen, Symmetrie und Politur. Für Wirkung und Preis ist er der wichtigste der vier: Ein schlecht geschliffener Stein wirkt matt, gleich wie rein er ist.
  • Color (Farbe) — bei farblosen Steinen wird der Grad des Gelbstichs bewertet, bei farbigen umgekehrt die Intensität.
  • Clarity (Reinheit) — innere Einschlüsse und Oberflächenmerkmale bei zehnfacher Vergrößerung. Feine Einschlüsse, die man mit dem Auge nicht sieht, beeinflussen den Preis weniger, als die meisten erwarten.

Aus einem Foto oder dem Steindurchmesser lässt sich der Preis nicht bestimmen. Zwei gleich große Steine können sich um ein Vielfaches unterscheiden.

Zertifikat von GIA, IGI oder HRD

Ein Zertifikat einer anerkannten Laboratorie beschreibt die Parameter des konkreten Steins und beschleunigt die Bewertung erheblich — auch, weil es die Frage der natürlichen Herkunft mitbeantwortet. Ohne Zertifikat ist eine Bewertung möglich, sie dauert nur länger und fällt in Grenzfällen vorsichtiger aus.

Bringen Sie auch Originalschatulle, Kaufbeleg und jede Dokumentation mit. Bei älteren Ringen hilft zudem, was Sie über die Herkunft wissen — wann und wo er erworben wurde.

Metall, Fassung und antiker Wert

Nach dem Stein folgt das Metall. Diamantringe bestehen meist aus Gold 585 oder 750, aber auch aus Platin, erkennbar an der Kennzeichnung 950 oder Pt und spürbar schwerer. Wir prüfen die Feinheit und wiegen den Ring; Richtpreise für Metalle stehen in der Preisliste.

Bei antiken und Markenringen kommt eine dritte Komponente ins Spiel — Epoche, Urheber, Originalität und Zustand. Dann muss das Angebot nicht die Summe aus Stein und Metall sein, sondern der Wert des Ganzen; mehr dazu im Beitrag Wertvollen antiken Schmuck erkennen.

Wie Sie vorgehen

  1. Lassen Sie den Ring im Originalzustand — lösen Sie den Stein zu Hause nicht aus der Fassung. Beschädigte Krappen mindern den Wert stärker, als die Zeitersparnis wert ist.
  2. Bringen Sie alle Zertifikate und Belege mit, die zum Stück gehören.
  3. Bestehen Sie darauf, dass die Bewertung vor Ihren Augen erfolgt und Stein und Metall getrennt umfasst.
  4. Klären Sie vorab, dass die Bewertung unverbindlich und ohne versteckte Gebühr ist.
  5. Entscheiden Sie erst mit der aufgeschlüsselten Offerte in der Hand, nicht unter Druck.

Bewertung in Brünn

Diamantringe, lose Steine und anderen gefassten Schmuck bewerten wir in der Kotlářská 28 in Brno-střed. Wir prüfen den Stein, beurteilen ihn nach den 4C und berücksichtigen Metall sowie einen etwaigen antiken Wert gesondert. Die Diamantbewertung ist kostenlos und unverbindlich.