Bei Farbsteinen entscheidet die Behandlung

Während beim Diamanten die Qualität des Steins selbst die Hauptachse der Bewertung bildet, kommt bei Rubinen, Saphiren und Smaragden eine weitere Frage hinzu: was nach der Förderung mit dem Stein geschah. Die überwiegende Mehrheit der Farbsteine am Markt ist irgendwie behandelt, und das ist für sich kein Betrug — Behandlungen sind in der Branche üblich und legitim, sofern sie offengelegt werden.

Zum Problem wird es, wenn sie verschwiegen werden. Der Unterschied zwischen einem unbehandelten und einem stark behandelten Rubin gleicher Größe und Farbe kann ein Vielfaches betragen — genau das muss deshalb vor allem anderen geklärt werden.

Die häufigsten Behandlungen und ihre Preiswirkung

  • Erhitzen. Bei Rubinen und Saphiren das gängigste Verfahren — es verstärkt die Farbe und klärt den Stein. Es ist so verbreitet, dass es vorausgesetzt wird, und mindert den Preis nur leicht. Ein nachweislich unerhitzter Stein trägt umgekehrt einen deutlichen Aufschlag.
  • Ölen. Bei Smaragden Standard. Risse werden mit Öl oder Harz gefüllt, um die Transparenz zu verbessern. Entscheidend ist das Ausmaß: leichtes Ölen ist üblich, starkes drückt den Preis erheblich.
  • Diffusion. Farbe wird bei hoher Temperatur von außen in die Oberfläche eingebracht. Der Stein wirkt dann satt, die Farbe sitzt aber nur in einer dünnen Schicht — beim Nachschleifen kann sie verschwinden. Mindert den Preis grundlegend.
  • Glasfüllung. Bei günstigeren Rubinen werden Hohlräume mit Bleiglas gefüllt. Ein solcher Stein ist spröde, verträgt keine üblichen Goldschmiedearbeiten mit dem Brenner, und sein Wert ist nur ein Bruchteil.
  • Bestrahlung. Bei manchen Topasen und Diamanten eingesetzt. Die Farbe ist meist stabil, muss aber angegeben werden.

Synthetisch ist nicht dasselbe wie falsch

Diese beiden Begriffe werden am häufigsten verwechselt. Ein synthetischer Stein ist chemisch dasselbe Mineral wie ein natürlicher — ein synthetischer Saphir ist wirklich ein Saphir, nur ist er im Labor gewachsen statt in der Erdkruste. Er ist keine Imitation und kein Betrug, solange er gekennzeichnet ist. Sein Marktwert liegt jedoch deutlich niedriger, weil er in beliebiger Menge herstellbar ist.

Eine Imitation ist etwas anderes: Glas, Kunststoff oder ein anderes Mineral, das als seltenerer Stein ausgegeben wird. Den Unterschied zwischen synthetischem Saphir, Glasimitat und behandeltem Naturstein erkennt man mit bloßem Auge nicht — alle drei können gleich gut aussehen. Deshalb kommen Lupe und gemmologische Geräte zum Einsatz, bei bedeutenderen Stücken ein Laborgutachten.

Moldavit: der Stein mit der höchsten Fälschungsquote

Der Moldavit ist ein Tektit, entstanden bei einem Meteoriteneinschlag vor rund 15 Millionen Jahren. Neben südböhmischen Fundstellen kommt er auch in Mähren in der Umgebung von Třebíč vor — ein Stein also, der zur Region gehört, und genau deshalb begegnet er uns häufig.

Leider ranken sich um ihn auch die meisten Nachahmungen. Fälschungen werden aus grünem Glas in Formen gepresst und lassen sich an mehreren Dingen erkennen:

  • Formnaht oder eine zu regelmäßige Gestalt. Echter Moldavit hat eine unregelmäßige, natürlich geätzte Skulptur.
  • Oberfläche. Beim echten Stein zerklüftet, mit Gruben und Rillen, die sich nicht perfekt nachahmen lassen. Pressglas wirkt glatt und „nass".
  • Bläschen. Echte Moldavite enthalten langgezogene Bläschen und Schlieren; Glasimitate haben meist runde, gleichmäßige Bläschen.
  • Farbe. Sattes Flaschengrün mit braunem Stich ist verdächtig; Moldavit ist eher oliv- bis moosgrün und im Durchlicht durchscheinend.

Beim Moldavit zählen zudem Fundort, Form und Unversehrtheit der Oberfläche — ein geschliffener Moldavit ist meist weniger wert als ein erhaltenes Rohstück, also umgekehrt als bei den meisten Edelsteinen.

Welche Steine einen Ankaufswert haben

SteinWesentliche Bewertungsfaktoren
Diamant4C, Zertifikat, natürliche vs. Laborherkunft
RubinFarbe, Transparenz, Herkunft, Erhitzen und Füllung
SaphirFarbton, Sättigung, Reinheit, Schliff, Diffusion
SmaragdFarbe, Reinheit, Risse und Ausmaß der Ölung
MoldavitEchtheit, Fundort, Form, Oberfläche und Unversehrtheit

Auch weitere Natursteine können Wert haben — Aquamarine, Turmaline oder gute Granate. Entscheidend ist aber nicht der Name des Steins, sondern das konkrete Stück und seine Verkäuflichkeit.

Lassen Sie den Stein in der Fassung

Ein gefasster Stein lässt sich meist ohne Ausfassen beurteilen. Zugleich werden Metall, weitere Steine, Marke und die Verarbeitung des Stücks als Ganzes bewertet. Nehmen Sie den Stein zu Hause nicht heraus — bei älteren Fassungen brechen die Krappen leicht, und ein beschädigter Stein samt verbogener Fassung mindert das Angebot stärker, als ein separater Verkauf einbrächte.

Bewertung in Brünn

Diamanten wie Farbsteine beurteilen wir lose und gefasst in der Kotlářská 28 in Brno-střed. Bei jedem Stück prüfen wir zuerst Echtheit und mögliche Behandlungen und nennen erst dann ein unverbindliches Angebot. Details finden Sie auf den Seiten Ankauf von Diamanten und Edelsteinen und Schmuckankauf.