Der Heimtest schließt aus, er bestätigt nicht
Mit diesem Satz fängt man am besten an, denn er erspart Enttäuschungen. Kein Verfahren, das Sie am Küchentisch durchführen können, sagt „das ist echtes Gold mit Feingehalt 585". Es kann aber zuverlässig das Gegenteil sagen — dass sich ein Stück anders verhält, als Gold sich verhalten müsste. Das Ziel der häuslichen Prüfung ist also kein Urteil, sondern eine Vorsortierung: Was ist offensichtlich problematisch, und was lohnt sich messen zu lassen?
Vorher: fünf Minuten Vorbereitung
Es genügen ein Fenster mit Tageslicht, eine Lupe oder ein Handy mit Makrofunktion, ein weiches Tuch und ein kräftigerer Magnet — etwa der vom Kühlschrank oder aus dem Lautsprecher alter Kopfhörer. Legen Sie ein Handtuch auf den Tisch, damit ein kleines Stück nicht auf die Fliesen fällt. Und eine Regel vorweg: Hat der Schmuck einen wackelnden Stein, einen Riss oder eine feine antike Konstruktion, probieren Sie gar nichts daran aus und lassen Sie ihn direkt begutachten. Ein Schaden durch unvorsichtiges Hantieren kostet meist mehr als die Preisdifferenz, die Sie prüfen wollten.
Die Punze sagt weniger, als Sie erwarten
Die Zahl 585 auf der Ringschiene bedeutet nicht, dass der Schmuck aus 585er Gold ist. Sie bedeutet, dass das jemand behauptet. Eine Feingehaltszahl lässt sich auf alles prägen, und auf importiertem Modeschmuck begegnet sie einem regelmäßig. Gewicht hat erst die staatliche Punzierung, die eine vorgeschriebene Form hat und neben der Feingehaltszahl als eigener Stempel steht — die Formen können Sie in der Übersicht des tschechischen Punzierungsamtes vergleichen.
Zugleich gilt die umgekehrte Falle: Eine fehlende Punze ist kein Beweis für eine Fälschung. Sie verschwindet beim Weiten eines Rings, bei kleinen Ohrringen wird sie gar nicht erst geprägt, und bei Erbstücken von der Großmutter stoßen Sie auf tschechoslowakische Marken, die dem heutigen Muster überhaupt nicht entsprechen. Die Punze ist ein Hinweis, kein Urteil — in beide Richtungen.
Wo sich Vergoldung verrät
Ein vergoldetes Stück verrät sich nicht auf der polierten Fläche, sondern dort, wo am meisten gerieben wird. Vier Stellen lohnen die Lupe:
- Die Ringinnenseite im unteren Bereich der Schiene, wo sie am Finger scheuert.
- Kanten und Ecken von Anhängern und Medaillons.
- Ösen und Kettenglieder, die aneinander reiben.
- Der Karabiner, den die Hand am häufigsten berührt.
Sie suchen durchscheinendes rötliches Kupfer, gräuliches Messing oder eine Stelle, an der der Goldton mit einer scharfen Kante endet. Auch ein schuppender Belag ist ein Warnsignal. Umgekehrt ist ein leicht gelblicher Ton bei Weißgold kein Mangel — dort hat sich lediglich die Rhodinierung abgetragen, was auch teuren und völlig echten Stücken passiert.
Der Magnet: der einzige Test mit eindeutigem Ergebnis
Gold ist nicht ferromagnetisch, ausnahmslos. Bleibt ein Schmuckstück bereitwillig am Magneten hängen, enthält es Eisen oder Stahl und ist mit Sicherheit kein massives Gold. Das ist ein klarer und nützlicher Befund.
Zwei Hinweise gehören aber dazu. Erstens bedeutet eine schwache Reaktion allein am Verschluss nichts — im Karabiner sitzt eine Stahlfeder, auch bei einer ehrlichen Goldkette. Zweitens, und das wiegt schwerer: keine Reaktion beweist überhaupt nichts. Messing, Kupfer, Aluminium und Silber sind ebenfalls nicht magnetisch, sodass die überwiegende Mehrheit der Fälschungen den Test besteht. Der Magnet schließt die gröbsten aus, mehr nicht.
Dichte: wann sie hilft und wann sie täuscht
Gold ist bemerkenswert dicht — ein kompakter Goldgegenstand wirkt für seine Größe schwer. Dieser Anhaltspunkt funktioniert solide bei einem einfachen massiven Barren ohne Steine und Hohlräume, dessen Dichte sich sogar zu Hause durch Eintauchen in Wasser bestimmen lässt.
Bei Schmuck sollten Sie sich auf das Ergebnis nicht verlassen. Ein hohles Armband, ein Ring mit Stein oder ein aus mehreren Materialien gefügtes Stück fällt völlig aus dem Rahmen, ohne dass etwas daran falsch wäre. Zudem kann das Eintauchen geklebte Steine und empfindliche Oberflächen beschädigen — bei antiken Stücken lassen Sie es ganz bleiben.
Tests, nach denen der Schmuck nicht mehr heil ist
Im Netz kursieren zahlreiche „bewährte" Methoden, die eines gemeinsam haben: Sie beschädigen Ihr Stück und liefern trotzdem keine Sicherheit.
- Feile und Keramikplatte — sie hinterlassen eine Rille, die niemand mehr schließt, und mindern den Wert.
- Säuren — können das Metall anätzen, Lot lösen und Steine beschädigen. Die fachliche Strichprobe sieht einfach aus, verlangt aber Vergleichsproben und Übung.
- Essig und Bleichmittel — unzuverlässig und der Oberfläche nicht zuträglich.
- Erhitzen und offene Flamme — lösen Lötstellen und beschädigen die meisten Steine unwiederbringlich.
- Hineinbeißen — beweist nichts und schadet dem Zahnschmelz.
Wann Sie aufhören sollten
Sobald sich die Ergebnisse widersprechen — die Punze stimmt, aber an der Kante schimmert Kupfer durch — testen Sie nicht weiter. Die Messung im Geschäft dauert wenige Sekunden, hinterlässt keine Spur am Stück und gibt eine Antwort, zu der Sie zu Hause nicht kommen. Bei Stücken mit Steinen trennen wir zudem den Metallwert vom Wert der Fassung, was ein Heimtest prinzipbedingt nicht leisten kann.
Bringen Sie den Schmuck in die Kotlářská 28 in Brno-střed — Echtheit und Feinheit prüfen wir bei einer unverbindlichen Goldbewertung kostenlos. Die einzelnen Heimtests und ihre Grenzen behandeln wir ausführlicher im Beitrag Echtes Gold erkennen.


