Weißgold ist nicht weiß

Das ist der Schlüssel zu allem Weiteren. Gold ist von Natur aus gelb und lässt sich durch keine Beimischung vollständig entfärben. Die Legierungen, die wir Weißgold nennen, haben in Wirklichkeit einen Stich ins Graue, Gelbliche oder leicht Bräunliche. Das weiße Aussehen entsteht erst durch eine Oberflächenveredelung — eine Schicht aus Rhodium, einem Metall der Platingruppe, das strahlend weiß und sehr hart ist.

Wenn ein weißer Ring nach Jahren des Tragens gelblich durchschimmert, geschieht also nichts Rätselhaftes: Die Rhodiumschicht ist abgerieben und die Legierung darunter wird sichtbar. Das Gold war die ganze Zeit da und ist unverändert vorhanden.

Zwei verschiedene Weißgoldlegierungen

Hinter einem Namen verbergen sich zwei unterschiedliche Rezepturen, und es lohnt zu wissen, welche Sie haben:

  • Mit Palladium. Die teurere Variante. Die Legierung ist von Haus aus heller, gräulich, und sieht auch ohne Rhodinierung ordentlich aus. Palladium ist selbst ein teures Metall der Platingruppe.
  • Mit Nickel. Günstiger und härter. Ohne Rhodinierung hat sie einen deutlich wärmeren, gelblichen Ton, deshalb wird sie immer rhodiniert. Nickel ist allerdings ein verbreitetes Allergen — juckt der Finger unter dem Ring oder zeigt sich ein Ausschlag genau dann, wenn die Rhodinierung abgerieben ist, ist das ein typischer Verlauf.

In der EU ist die Nickelabgabe bei Gegenständen mit längerem Hautkontakt reguliert, neuere Schmuckstücke sind in dieser Hinsicht also sicherer als solche aus den 1990er Jahren.

Warum der Preis dem von Gelbgold entspricht

Der Ankaufspreis wird ausschließlich aus dem Feingoldanteil der Legierung berechnet. Weißgold 585 enthält dieselben 58,5 Prozent Gold wie Gelbgold 585 — nur die restlichen 41,5 Prozent sind anders zusammengesetzt. Der Grammpreis ist deshalb praktisch identisch.

Nicht ganz exakt gilt das nur in einem Fall: Bei Weißgold mit hohem Palladiumanteil hat auch die Legierung einen Eigenwert. Der Unterschied ist jedoch gering und überlagert nicht den entscheidenden Faktor, die Feinheit. Aktuelle Spannen stehen in der Preisliste, den Rechenweg beschreibt der Beitrag Goldankauf Brünn: Preis pro Gramm.

Rhodinierung erhöht den Wert nicht

Die Rhodiumschicht ist im Bereich von Zehntelmikrometern dick. Ihr Gewicht ist gegenüber dem Schmuckstück vernachlässigbar, sie geht also praktisch gar nicht in den Ankaufspreis ein — obwohl Rhodium als Metall teurer ist als Gold.

Daraus folgt ein praktischer Hinweis, der Geld spart: Lassen Sie ein Stück vor dem Verkauf nicht neu rhodinieren. Die Oberflächenerneuerung beim Goldschmied kostet meist einige Hundert Kronen und schlägt sich im Angebot nicht nieder. Ein Ring, der zum Ankauf geht, darf ruhig gelblich sein.

Wann sich Rhodinierung dagegen lohnt

Anders liegt der Fall, wenn Sie das Stück nicht verkaufen, sondern weiter tragen wollen — oder es als Schmuck und nicht als Metall verkaufen. Bei einem gut erhaltenen Markenstück, das eine neue Trägerin oder einen neuen Träger findet, zählt das Aussehen. Die Erneuerung ist eine übliche Serviceleistung und wiederholt sich bei täglich getragenen Ringen etwa alle zwei bis drei Jahre.

Wie wir die Feinheit prüfen

Die Feinheit von Weißgold bestimmen wir mit einem berührungslosen Tester und anhand der Punzzeichen, das Gewicht auf geeichter Waage. Eine Anmerkung zur Messung: Der Tester liest die Oberfläche, bei rhodinierten Stücken wird deshalb an einer abgeriebenen Stelle gemessen oder das Ergebnis korrigiert — sonst läse das Gerät Rhodium statt Legierung.

Achtung auch vor Verwechslungen: Weißgold, Platin und Palladium sehen ähnlich aus. Platin trägt die Marke 950 oder Pt und ist spürbar schwerer; Palladium ist mit Pd gekennzeichnet. Der Preisunterschied ist erheblich, bei undeutlich gemarkten Stücken lohnt sich also eine Metallbestimmung.

Bewertung in Brünn

Bringen Sie Ihren Schmuck in die Kotlářská 28 in Brno-střed — Feinheit und Gewicht prüfen wir kostenlos. Bei Stücken mit Steinen bewerten wir Metall und gefasste Diamanten gesondert; Details auf der Seite Schmuckankauf.